Museum

 

Ein Rundgang auf dem Schiff

Technische Daten
Elbeseitenradschleppdampfer „Württemberg“
Er ist ein typischer Vertreter seiner Gattung, speziell für den Einsatz auf der Elbe mit möglichst geringem Tiefgang und einem darauf abgestimmten Vortrieb (Schaufelrad) gebaut. Wegen der Brückendurchfahrten mussten die Aufbauten niedrig gehalten und die Schornsteine zum Umlegen eingerichtet werden.

Schiffsrumpf:

 
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Größte Länge
(ohne Steuerruder und Bugspriet)

63,80 m 

Breite über Außenhaut

7,23 m

Breite über Radkästen

15,17 m

Mittlerer Tiefgang, leer (ursprünglich)

     0,83 m

Mittlerer Tiefgang, leer
(infolge verschiedener Umbauten zuletzt)

 0,91 m

Hauptmaschine:

 

1 Zweizylinderverbund-Dampfmaschine (schrägliegend)

Leistung

625 PS (460 kW)

Drehzahl

35 bis 45 Umdrehungen/Minute

Hilfsmaschinen:

 

1 Dampfmotor (Antrieb für Generator)

 

4 Kolbendampfmaschinen (Antriebe für Steuerwinde, Ankerwinde und 2 Schornsteinwinden)     

2 Maschinenspeisepumpen

1 Duplex-Dampfkolbenpumpe und 2 Injektoren

Schaufelräder:

 
Durchmesser, außen

    etwa 3 520 mm

Durchmesser des Zapfenkreises

2 800 mm

Schaufelfläche            

   3 300 x 720 mm

Kesselanlage:

 

2 Zweiflammrohrkessel
(Schottlandbauart)

Dampferzeugung je Kessel      

2 300 kg/h

Druck              

12,5 at
(1,2 MPa)

Rostfläche

    3,42 m²

Heizfläche  

130 m²

Elektrische Anlage:

 
Stromart und System

       Gleichstrom
Zweileitersystem

Generator

              Spannung 24 V
Leistung 2,0 kW

Akkumulatorenbatterie  

              Spannung 24 V
Leistung 360 Ah

Landanschluss     Wechselstrom 220 V

Besatzung:

 

10 Mann, im einzelnen:

1 Schiffsführer (Kapitän), 2 Steuerleute,
2 Bootsleute, 1 Maschinist, 4 Heizer

 

 

 

Elbeseitenradschleppdampfer „ Württemberg“
Technisches Denkmal
Im Kulturpark Rotehorn Magdeburg

Seit dem 21. April 1976 hat der Magdeburger Kulturpark Rotehorn eine besondere Attraktion zu bieten: den Elbeseitenradschleppdampfer „Württemberg“, der auf den Elbwiesen vor der Stadthalle „vor Anker liegt“.#
Er ist der letzte Vertreter einer seit 1818 nach Hunderten zählenden Raddampferflotte auf unserem Heimatstrom und damit ein einmaliges Technisches Denkmal.
Der 1908/09 gebaute und im April 1974 außer Dienst gestellte Dampfer wurde durch ein großes Gemeinschaftswerk vieler Betriebe, Einrichtungen und Bürger der Stadt Magdeburg und anderer Orte der DDR zu einem Museums- und Gaststättenschiff umgebaut.
Der Dampfer „Württemberg“ hatte seine „Wiege“ auf der Schiffswerft und Maschinenfabrik Gebrüder Sachsenberg in Roßlau (Elbe). Sein Auftraggeber war die Neue Deutsch-Böhmische Elbeschifffahrt AG (NDBE) in Dresden. Unter der Flagge dieser Gesellschaft fuhr das Schiff bis zum Frühjahr 1945. In den letzten Kriegstagen wurde der Dampfer durch Tieffliegerbeschuss stark beschädigt und brannte teilweise aus. Auf der Schiffswerft Dresden-Laubegast bis November 1946 wieder instandgesetzt, ging er erneut auf Fahrt.
In den rund 28 Jahren seines Einsatzes nach dem zweiten Weltkrieg hatte das Schiff beträchtlichen Anteil an der Erfüllung der Aufgaben der DDR-Binnenschifffahrt.
Als zu Beginn der sechziger Jahre die umfassende Modernisierung der Flotte erfolgte, kam ein Schleppdampfer nach dem anderen außer Betrieb.
Ab 1972 war der Dampfer „Württemberg“ auf der Elbe allein. Am 30. April 1974 beendete er mit seiner Ehrenfahrt an der Spitze der traditionellen Parade der „Weißen Flotte“ in Magdeburg sein 65 Jahre Dienstzeit.
Der Schleppdampfer verkehrte vorher auf einer Fahrtstrecke von 657 km zwischen Hamburg und    Usti nad Labem (CSFR), legte dabei etwa 800 000 km zurück und vollbrachte eine Leistung von ungefähr zwei Milliarden Tonnen-Kilometern.
Als der Dampfer „Württemberg“ außer Dienst gestellt wurde, befand er sich in voll betriebsfähigem und gut erhaltenem Zustand. Das war von großer Wichtigkeit für den Beginn seines „zweiten Daseins“ als Museums- und Gaststättenschiff und wichtiges verkehrstechnisches Denkmal, als Sachzeuge der seitdem historischen Periode der Elbedampfschleppschifffahrt. Nun ging es darum, das Schiff auf geeignete Weise der Nachwelt zu erhalten. Dabei war es auch Anliegen, der Bedeutung der Stadt Magdeburg als einer der größten Binnenschifffahrts- und Hafenstädte der DDR zu entsprechen.
Im Interesse eines langen „neuen Lebens“ und vertretbarer Unterhaltskosten wurde die Anlandnahme des Schiffes entschieden. Als Standort ist ein einst traditionsreicher Schiffsliegeplatz im Stadtgebiet Magdeburgs gewählt worden: eben der Platz vor der Stadthalle.
Das Dezemberhochwasser 1974 begünstigte das Vorhaben, denn auf Grund der Überflutungen in diesem Elbebereich konnte das Schiff dorthin gebracht und somit das komplizierte und aufwendige Problem der Bergung gelöst werden.
Im Frühjahr 1975 wurde mit den Vorbereitungen und ab Juni des Jahres mit dem Umbau begonnen.
Viele große und kleine Schwierigkeiten waren dabei zu überwinden, da es am Liegeplatz des „auf die Wiese geschwemmten Dampfers“ keinerlei technische Voraussetzungen gab.
So musste eine Art „umgekehrter Stapellauf“ in Richtung Stadthalle vorbereitet werden, den am        15. Oktober 1975 eine Bergungseinheit sowjetischer Streitkräfte vollzog.
Das Vorhaben gelang. Zum geplanten Termin wurde das Museums- und Gaststättenschiff dem Rechtsträger, der Leitung des Kulturparkes Rotehorn, übergeben. Die Magdeburger und ihre Gäste ergriffen schnell Besitz von der neuen Sehenswürdigkeit, die sofort einen festen Platz im Ensemble der verschiedenen Einrichtungen des Kulturparkes bekam. Der Besucherstrom aus dem In- und Ausland – bereits mehr als eine Million – hält seither unverändert an; die Menschen erfreuen sich an der majestätischen Schönheit des historischen Dampfers, erhalten im Museums- bzw. Ausstellungsraum, im vorderen Kessel- und im Maschinenraum interessante Einblicke in die Geschichte der Elbedampfschifffahrt, in die harten Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord. Die beiden Gaststätten im Vorschiff (28 Plätze) und im Hinterschiff (65 Plätze) bieten einen angenehmen Aufenthalt bei aufmerksamer Bewirtung mit erlesenen Speisen und Getränken.

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